OOCUP und Bubo cup 2015: Ultimatives Orientieren in Slowenien und Mauersprint auf Cres

 

OOCUP-2015_M50-Ultimate

Kartenausschnitt der Klasse M50-Ultimate

Vom 25. bis 29. Juli wagten wir uns (Jürgen Ziesche und Konrad Tonn) beim OOCUP (Lokve, Slowenien) in die Klasse M50-Ultimate. Vom 01. bis 04. August konnten wir uns danach auf der AdriaInsel Cres (Kroatien) beim Bubo cup in unseren eigentlichen Klassen etwas

von der „höchsten“ Form des Orientierens erholen.

2011 führten die Organisatoren des OOCUP für ausgewählte Klassen das Format „Ultimate“ (Karte ohne Wege) ein, welches in dem ohnehin schon sehr schwierigen Karstgelände Sloweniens höchste Orientierungsleistung erforderte. Dieses Jahr gab es dieses Format das erste mal auch für die Klassen W50 und M50 und so brauchte Jürgen nicht viele Worte, um mich zu Beginn des Jahres für die Teilnahme zu gewinnen. Von insgesamt 812 Startern gingen in den ca. 900 m hoch gelegenen, von ausgiebigen Steinfeldern, zahllosen Karsttrichtern und anspruchsvollem Höhenprofil gekennzeichneten Wäldern rings um den kleinen Wintersportort Lokve 71 Läufer die besondere Herausforderung des ultimate orienteering an.

Höhen, Steine und Felsen - beste Voraussetzungen für Ultimate

Höhen, Steine und Felsen – beste Voraussetzungen für Ultimate

Am 1. Tag zogen aus den Tälern rings um die Trnovski-Hochfläche bei schwülen 26° C dunkle Gewitterwolken herauf. Es war so dunkel, dass man zum Kartelesen fast eine Stirnlampe brauchte. Nach reichlich 80 Minuten für 4,1 km/170 Hm und permanenter Konzentration war ich mit warmgelaufenem Kopf aber glücklich im Ziel. Am 2. Tag kam nach stürmischem, kalten Wind pünktlich zum Start die Sonne heraus. Es galt 5,1 km und 110 Hm bei größtenteils extremer Belaufbarkeit (Steinfelder, Felsen, steile Hänge, krautiger Bewuchs und nasses Totholz) zu bewältigen. Das war, wie auch von den Veranstaltern angekündigt der härteste Lauf – die ungewohnt lange Laufzeit von 2 Stunden war mein Resultat. Am 3. Tag konnten sich unsere Füße im sehr gut belaufbaren, jedoch detailreichen Gelände etwas erholen. Am 4. und 5. Tag wurde es wieder steiniger, jedoch war es nicht vergleichbar mit den extremen Bedingungen vom 2. Tag. Am Ende war es ein außergewöhnliches Orientierungserlebnis, bei dem es ungewohnt war und schwer fiel, permanent die zahlreichen Details der Karte mitzulesen, dabei trittsicher die Füße zu setzen, großen Steinen, Felsen und tiefen Dolinen auszuweichen und trotzdem konsequent die Richtung zu halten.

WKZ-Gemütlichkeit in Lokve

WKZ-Gemütlichkeit in Lokve

Die meisten Ultimate-Läufer waren zufrieden,  wenn sie den 5-Tage-Lauf ohne Fehlstempel beendeten. Trotz erheblichem Rückstand zum Sieger, freute ich mich natürlich über meinen 2. Platz. Von insgesamt 47 deutschen Startern konnten sich besonders gut platzieren: Daniela Zschäckel – 2. W40; Esther Stamer – 3. W40; Frank Mieske – 2. OPEN A; Roland Vogel – 1. M21B; Joachim Stamer – 1. M40; Nils Schmiedeberg – 2. M45; Achim Bader – 1. M65.

Nach zwei erholsamen Tagen auf der kroatischen Insel Cres starteten wir dort beim 4-Tage-OL „Bubo cup“ in gänzlich anderem Gelände. Den Bubo bubo, das Wappentier des Cups konnten wir nicht beobachten, dafür schraubten sich jeden Morgen die Gänsegeier an der Steilküste um Beli in beachtliche Höhe, um dort stolz zu kreisen.

Beli auf der Insel Cres

Beli auf Cres

Von unserer Unterkunft oberhalb einer schmalen Klamm schauten wir bergab auf das malerische Örtchen Beli und bergauf  zum ausgetrockneten Wettkampfwald mit seinen zahlreichen Steinmauern auf dem Bergrücken mit dem mystischen Namen „Tramuntana“. Dort waren auf einer Hochfläche der provisorische Zeltplatz für OLer sowie das Wettkampfzentrum für die Tage 1, 3 und 4. So hatte der 1. Lauf mit Nullzeit 17:00 Uhr, bei 27° C und Karte in 1:5000, E-2,5m, ISSOM sowie Bahnlängen um 2 km Sprintcharakter. Dieser wurde verstärkt durch die sehr gute Belaufbarkeit im urwüchsigen Eichenwald mit feiner Höhenstruktur, die wesentlich durch den ehemaligen Bauxitabbau entstand. Doch konnte man bei hohem Tempo ganz fix ratlos im Abseits stehen. Der 2. Lauf startete am nächsten Morgen 8:00 Uhr am Rand des romantischen Hafenstädtchens Cres. Dabei entpuppte sich das Laufgebiet als Irrgarten mit Steinwällen verschiedener Größe und Form, wo man die Füße sicher setzen musste, um dann in den dazwischen liegenden, olivenbestandenen Gärten bei bereits 30° C ordentlich zu beschleunigen.

Urtümlicher Wald mit feinem Relief - Tramuntana

Urtümlicher Wald mit feinem Relief – Tramuntana

Die Läufe am 3. und 4. Tag waren geprägt von feinen bis mittleren Höhenstrukturen mit vielen Senken, Tälchen und Rippen, welche zu Parallelfehlern verleiteten. Aber es gab auch zahlreiche Steinmauern, die hilfreich für die Orientierung waren. So war jener gut beraten, der rechtzeitig das Tempo rausnahm um in den diffusen Geländestrukturen die Übersicht zu behalten.

Am Bubo cup nahmen bei insgesamt 630 Startern 33 Deutsche teil, von denen 9 Teilnehmer besonders gute Ergebnisse erzielten: Karin Vogel – 3. W21B; Daniela Zschäckel – 3. W40; Roland Vogel – 1. M21B; Joachim Stamer – 2. M40; Nils Schmiedeberg – 1. M45; Raik Zschäckel – 2. M45; Konrad Tonn – 1. M60; Jürgen Ziesche – 1. M65; Ludwig Genderjahn – 2. M65.

Fazit: Hervorragend organisierte Wettkämpfe ohne großes Tamtam, wo der Orientierungslauf durch besonders anspruchsvolle Gelände mit o-technisch und läuferisch fordernden Bahnen auf sehr guten Karten im Vordergrund stand.

Ergebnisse OOCUP

Ergebnisse Bubo cup 

Autor und Fotograf: Konrad Tonn

 

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