OL im Französischen Jura-Kalkstein-Gewirr

 

Sprintposten mit Zuschauern

Sprintposten mit Zuschauern

Das dieses Jahr im Französischen Jura durchgeführte Sommer-Trainingslager der Sachsenkader war Anlass für eine kleine Planeta-Abordnung, an den 4 jours de France O’Doubs teilzunehmen.

Der Französische Jura ist eine Karst-Landschaft auf ca.

Bemoostes Jura-Steingewirr

Bemoostes Jura-Steingewirr

1.000 Metern über dem Meeresspiegel mit unzähligen Kuppen, Senken, Felsbändern sowie Stein- und Geröllfeldern in Wald und Offenland. Wege und Pfade gibt es zwar nicht wenig, sie scheinen hier aber nicht wirklich dazu zu dienen, um schnell von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Die doch recht intensive Forstwirtschaft schafft ständig neue Mini-Schneisen und hinterlässt Ast- und Wurzelgewirr. Und dann gibt es als Besonderheit noch die Steinmauern, welche kilometerlang gerade, aber dem

Stacheldraht über Steinmauer

Stacheldraht über Steinmauer

Höhenprofil folgend durch die Landschaft verlaufen und oft mit einem tückischen Stacheldraht versehen sind. Kleiner Lichtblick: es gibt keine Brombeeren oder sonstigen, den Läufer festhaltende Pflanzen. Der Ausrichter stellte gleich vier Trainingskarten zur Verfügung, um sich mit der Landschaft vertraut zu machen.

Der erste Wettkampftag bot neben dem Auftakt-Sprint in dem ländlich-lieblichen La Rivière-Drugeon einen wertungsfreien Genuss-Sprint durch das noch ländlichere Bouverans. Hier zeigte sich, was ein Sprint bieten kann, wenn es gelingt, die örtlichen Höfe mit einzubeziehen. Und so führte die Route nicht nur an Hausecken und Einzelbäume, sondern auch vorbei an krähenden Hähnen, durch Scheunen und unbeleuchtete Kuhställe.

Die Läufe 2 (Mouthe) und 3+4 (Pré Poncet) fanden dann in der Jura-Karst-Landschaft statt. Sie waren orientierungstechnisch und bei teilweise großer Hitze für uns eine riesige Herausforderung. Aber zum Glück nicht nur für uns. Der Blick auf das Gesamtergebnis zeigt: Je nach Klasse hatten 1/3 bis 1/2 der Starter in mindestens einem Lauf einen Fehler. So erging es auch Katrin, die in den übrigen fehlerlos absolvierten Läufen jeweils Rang 5 von 28 gestarteten Läuferinnen erreichte.

Martin zeigte die zuvor im Trainingslager aufgebaute Stärke und wurde in der H14 bester deutscher Läufer mit Gesamtrang 7 (von 47 gestarteten bzw. 38 fehlerfrei gelaufenen Läufern). Erik erreichte auch ohne Trainingslager in der H16A Platz 24 (48/33) und ich kam in der H45 auf Platz 31 (62/34).

Etappen-Siegerehrung im Wettkampfzentrum

Etappen-Siegerehrung im Wettkampfzentrum

Insgesamt gab es an den französischen Ausrichtern von uns nichts zu meckern, einen kleinen Patzer auf der Postenbeschreibung einer Bahn können wir als Radebeuler verzeihen, zumal er nicht unsere Bahnen betraf. Angenehm war auch das Sachsen-Lager auf der Zielwiese. Nach der olympiareifen Siegerehrung mit Ansprachen vieler Präsidentinnen und Präsidenten kam bei uns nach einer kurzweiligen Woche fast Wehmut auf. Unseren restlichen Urlaub verbrachten wir ebenfalls im Französischen Jura, ein Tipp für jeden, der gemütliches Wandern abseits der überlaufenen Zielgebiete bevorzugt.

Autor und Fotos: Jürgen Scheuermann

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