Prague Easter 03. – 05.4.2015 (Orientierungslauf im böhmischen Sandstein)

Startvorbereitung auf der WKZ-Wiese

Startvorbereitung auf der WKZ-Wiese

Typisch und von so manchem auch gefürchtet ist das raue Wetter beim alljährlichen Mehrtage-OL im Nachbarland. Vor einer Woche, als sich in Dresden Sturmböen, Regenschauer und blauer Himmel mit faszinierenden Wolkentürmen abwechselten, wurden für das Wettkampfgebiet um Ceska Lipa Ostertemperaturen zwischen -1 und 8° C, bei etwas Regen, vorhergesagt. Und wie war es nun wirklich?

Am Karfreitag bei fröstelndem Wind, wolkigem Himmel und Temperaturen um 8° C lud der tschechische Orienteering club Kotlarka Praha  die ca. 980 Teilnehmer ein zum verkürzten Lang-OL an den Westrand des Örtchen Zahradky, ca. 5 km südlich der böhmischen Stadt Ceska Lipa. Hier befanden sich die Posten in den zahlreichen Nebentälern des Robitz-bachtales, welche durch schmale, oftmals übereinander angeordnete Felsbänder geprägt sind. Wenige schnell laufbare Passagen wechselten sich mit rutschigen Hängen ab. Die kurzen Postenabstände bei permanentem Richtungswechsel forderten gleich am ersten Tag volle Konzentration. Aus unserem Verein waren Familie Scheuermann, Manfred, Gisel und ich angereist, wobei Manfred wie bei tschechischen Wettkämpfen üblich für seinen dortigen Verein „Slavia Liberec Orienteering“ startete. Unsere einhellige Meinung nach dem Lauf war: schön anspruchsvoller Wettkampf.

Martin bei Aufholjagd (18/15/12)

Martin bei Aufholjagd (18/15/12)

Am Ostersonnabend war dann das Wettkampfzentrum auf einer landschaftlich reizvollen Wiese nahe dem Dorf Chlum ca. 5 km östlich von Duba und die Autos durften alle auf festem Untergrund und nicht wie sonst auf jenen Wiesen (Äckern) parken, die von Autos und Fahrern Tapferkeit verlangen. Die Karte „Stary Bernstejn“ umfasste das Gelände nördlich und südlich der WKZ-Wiese, welches durch zwei hohe, felsige Berge bestimmt wird. Hier hatten wir typische Lang-OL-Bahnen, wo mehrere Posten in kurzen Abständen mit solchen in weiten Abständen wechselten, so dass neben kniffliger Feinorientierung zwischen Felsen und Steinen auch großräumige Routenwahl gefordert war. Dazu gab es überwiegend Sonnenschein, also fanden wir diesen Wettkampftag noch besser als den ersten.

Am Ostersonntag empfing uns die Wiese des Vortages bei zaghafter Sonne und frischem Wind. Es galt nun auf der nach Norden erweiterten Karte „Sedina“ zu laufen. Nach der Zeitaddition der Vortage-Ergebnisse hatten wir unterschiedlich gute Positionen

im Jagdstart:

  • Katrin auf B3 (Anfänger, ca. 3 km) 15 Min. vor der Zweiten;
  • Gisel auf D60 mit schier nicht aufholbaren 20 Min. nach der 1. und schwierigen 7 Min. nach der 2.;
  • Martin hatte in H14 an 15. Position startend 32 Minuten Rückstand zum Ersten;
  • Erik konnte seine Startzeit in T3 (offene, reguläre Bahn, 3 km) selbst wählen;
  • Jürgen startete an 31. Position in H45A;
  • Manfred und ich an 3. bzw. 7. Position in H60.

und am Ende: 

  • Katrin gewinnt;
  • Gisel landet nach starkem Lauf auf Platz 2 hinter Lena Jansson;
  • Martin kommt mit Aufholjagd (1.Tag 18./ 2.Tag 15.) nun als 12. ins Ziel;
  • Erik gewinnt die offene Klasse;
  • Jürgen wird 29.;
  • Manfred gelingt mit fehlerfreiem, schnellen Lauf der Sprung auf den 1. Platz, während ich mich schließlich auf dem 10. Rang einfinde.

In der D21E kam Hanka Straube vom deutschen SV Lengefeld auf den 4. Platz. Bis zum 11 Platz konnte sich nur der Tscheche Jan Prochazka in der Klasse H21E unter den starken Skandinaviern platzieren. Bester Deutscher wurde hier Karsten Leideck vom USV TU Dresden auf 17.

Auch die Kleinsten erfreuen sich am OL

Auch die Kleinsten erfreuen sich am OL

Fazit: Der Prague Easter ist insbesondere für die sächsischen OLer eine exzellente Gelegenheit, im nahen böhmischen Sandstein den Leistungsstand am Anfang der Saison im Wettstreit mit starken Läufern aus Tschechien und Skandinavien zu ermitteln. Sehr gut lesbare Karten, feingliedriges Gelände mit zahlreichen, verschiedenen Sandsteinformationen als auch sehr anspruchsvolle und abwechslungsreiche Bahnen sind Kennzeichen dieser Veranstaltung. Es hat sich gelohnt, das österliche Menü auf den Montag zu verschieben.

Endergebnisse

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